„Tatortreiniger“ schwarzer Humor trifft auf Fleckenentferner

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Quelle: https://www.ndrshop.de/der-tatortreiniger/

„Alkohol ist keine Lösung, Alkohol ist eine Löse. Das ist ein Riesenunterschied!“ Ein typisches Zitat von Heiko Schotte, wenn er die Reinigungsfähigkeit von Hochprozentigem erklärt. In seiner kernigen, norddeutschen Art bestreitet er als Tatortreiniger seinen beruflichen Alltag. Hierbei trifft er zwischen Blutlachen und Leichenresten auf unterschiedliche Charaktere. Manchmal sind es Angehörige, meist jedoch Zeugen oder Unbeteiligte. Durch Zufall entstehen kuriose Interaktionen oder Dialoge. Mal ist ein homosexueller Zauberer sein Gesprächspartner, mal eine militante Veganerin oder ein Neurotiker mit extremen Hygiene-Tick. Die Personen und der Ort wechseln von Folge zur Folge. Nur „Schotty“ (Bjarne Mädelist jedes mal mit von der Partie und lockert die Stimmung mit seinen Sprüchen auf oder macht sie noch absurder als sie schon ist. Hierbei wird fast komplett auf Tragik und  Trauerbewältigung verzichtet, sondern die Personen und ihre Geschichte werden in den Vordergrund gestellt.

Mehr Charakterstudie als Comedy

Was anfangs wie ein unbeholfener Smalltalk scheint, entwickelt sich oft zu einem tiefgründigen Gespräch. Hierbei gewährt Schottys  Gegenüber nach und nach immer mehr Einblicke in seine oder ihre Lebenswelt. Dabei entstehen nicht selten philosophische oder existenzielle Fragen. Schotty legt in solchen Momenten oft den Schrubber zur Seite, holt seine Dose mit Wurstbrot raus und offenbart sich als einfühlsamer Zuhörer. Er stellt sich nicht immer geschickt an, bringt aber gerade dadurch die Psyche des anderen zu Tage. So schnell diese Tiefgründigkeit aufgebaut wird, so schnell kann sie auch wieder durchbrochen werden, indem ein flappsiger Spruch fällt oder sich etwas witziges ereignet. Die Serie hält immer die Wage zwischen Ernsthaftigkeit und Komik. Jede Begegnung birgt skurrile Dialoge und interessante Charaktere.

Genialer Besetzung

„Was macht ein Tatortreiniger denn so?“                                                                                                 „backt Brötchen!“                                                                                                                                   Diese trockene Schlagfertigkeit gepaart mit seinem Hamburger Slang macht Schotty zu einer extrem unterhaltsamen Figur, die mit Bjarne Mädel optimal besetzt ist. Auch Regisseur Arne Feldhusen und Autorin Mizzi Meyer tragen dazu bei, dass diese Serie innerhalb der deutschen Fernsehlandschaft  einzigartig ist. Die Charaktere sind sehr gut geschrieben und scheinen fast aus dem echten Leben gegriffen zu sein.

Mein Fazit

Viele Menschen mögen Bewertungen, die quantifizierbar sind. Zum Beispiel sind die IMDB Zahlen für einige ausschlaggebend für die Qualität einer Sendung. Die IMDB für den Tatortreiniger liegt übrigens mit 8,9 sehr hoch. Ich werde meine Bewertung anhand einer Schulnote vornehmen.

Zeugnisnote 1,5

Die Serie hat immer ihre Hausaufgaben gemacht, indem sie intelligent geschrieben ist, auf billigen Klamauk verzichtet und stattdessen den Humor aus den Dialogen bzw. aus der Kuriosität der Situationen schöpft.

Sie war stets bemüht… sie war nicht nur stehts bemüht sondern schafft es sehr viele gute Ideen einfallsreich umzusetzen.

Sie stört den Unterricht nicht… Sie kommt eher leise daher. Es wirkt alles unaufdringlich und kammerspielartig aber trotzdem sehr unterhaltsam.

Ich empfehle hiermit die Versetzung des Tatortreinigers….auf einen Sendeplatz, wo er ein breiteres Publikum findet, da der NDR die Serie meist sehr spät und unangekündigt ausstrahlt. Aber zum Glück wissen sich Fans und baldige Fans mit Mediatheken und online-Diensten zu helfen.

Ich habe keine Angst vor Ihnen, Herr Trump!

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Wir leben heute in Zeiten, in denen ein Pilot während des Fluges ausfällt und durch jemanden ersetzt wird, von dem jeder weiß, dass er bisher nur Bus gefahren ist. Er hat aber am lautesten geschrien, er könne es am Besten und alle ausgebildeten Piloten würden sie eh nicht zum Ziel bringen. Auf dem Weg zum Cockpit hat er noch ein paar Mexikaner beleidigt. Sie sollen demnächst nicht mehr mitfliegen und zu Hause bleiben. Ein Stück weiter ist er mit Absicht einigen Andersgläubige auf die Füße getreten, dabei gestolpert und auf eine Frau gefallen, die er unsittlich mit der Hand berührte. Währenddessen wurde ihm in den hinteren Reihen, in der Holzklasse nur begeistert zugejubelt. Endlich jemand, der die Stewardess mit den Schnappswagen auch zu ihnen schicken würde. Jetzt sitzt er hinterm Steuer und fast alle halten gebannt die Luft an und hoffen, dass er den Vogel unbeschadet landet.  Continue reading „Ich habe keine Angst vor Ihnen, Herr Trump!“

„Black Mirror“ ist fast wie Kino

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Quelle: http://tvline.com/tag/black-mirror/

Man stelle sich eine Welt vor, in der jeder Mensch seine Erinnerungen auf ein Implantat im Kopf  als Video speichern und immer abspielen kann. Alles was  man je wahrgenommen hat ist digital verfügbar. Nicht nur für einen selbst, sondern auch für andere. Beim Vorstellungsgespräch will der Arbeitgeber die letzten Jahre einsehen, beim Einsteigen ins Flugzeug muss man ebenso einen Einblick in sein digitales Gedächtnis gewähren, um so beispielsweise Terroristen zu entlarven. Verdächtigt ein Mann seine Ehefrau des Fremdgehens, kann er als Beweis das Abspielen ihrer Erinnerungen fordern.

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Ich bin dann mal Blogger…

Moin Moin,

mein Name ist Djawid und diese Blog ist mein Beitrag dazu, in der Welt der Serien, Filme und Unterhaltung ein bisschen Orientierung zu geben. Welche Serien oder Filme sind einen Tipp Wert? Die Auswahl an Formaten auf Streamingplattformen wie beispielsweise Netflix  wird immer größer und unübersichtlicher. Hier werde ich mit Hilfe von kurzen Reviews und Beschreibungen eine Bewertung vornehmen und  Empfehlungen oder auch nicht-Empfehlungen aussprechen. Jeder Beitrag wird wohl immer eine persönliche Note von mir haben, da es schwer ist rein objektive Rezensionen zu betreiben. Jeden Menschen bewegt, begeistert und berührt etwas anderes oder manchmal etwas Ähnliches. Ich bin mir über die verschiedenen Geschmäcker bewusst und versuche sie in meinen Beiträgen miteinfließen zu lassen.

Darüber hinaus wird man hier auch Beiträge finden, die mit Serien und Filmen weniger zu tun haben, da ich auch allgemeine, soziale, mediale und menschlichen Themen besprechen möchte. Es gibt immer Dinge, die einen beschäftigen, über die man reden muss oder in meinem Fall: über die man schreiben muss. Ein Blog scheint eine gute Plattform dafür zu sein, glaube ich mal zumindest. Ich werde es herausfinden. Ich  bin dann mal Blogger…